SchiDD, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Das Glockenspiel der Jakobuskirche „erzählt“ bis heute ein Stück Ilmenauer Bergbaugeschichte.
Im Turm hängen mehrere Stahlglocken (alle 1923 gegossen). Das große Glockenspiel erklingt täglich um 7:00 Uhr morgens und um 19:00 Uhr abends. Diese Zeiten sind kein Zufall: Die Läutezeiten gehen darauf zurück, dass früher zu genau diesen Uhrzeiten die Schichten der Ilmenauer Bergleute begannen bzw. endeten.
Ilmenau war über Jahrhunderte ein Bergbaustandort (Kupfer- und Silberbergbau im Raum Sturmheide / „Gottes Gabe“-Schacht). Wenn die Grubenmannschaften früh einrückten oder abends ausfuhren, markierten die Glocken der Stadtkirche St. Jakobus den Schichtwechsel – gewissermaßen als „öffentliche Sirene“ in einer Zeit ohne Fabrikpfeifen.
Heute ist der Bergbau längst Geschichte, aber dieie Tradition der Bergmannsschichten lebt im Geläut weiter – die Stadt wird immer noch morgens und abends zu den alten Schichtzeiten „gerufen“